Rezension: A Better World (Brilliance Saga Book 2) von Marcus Sakey

Marcus Sakey_A Better World_300Titel: A Better World (Brilliance Saga Book 2)
Autor: Marcus Sakey
Sprache: Amerikanisch
Format: Hörbuch
Sprecher: Luke Daniels
Anbieter: Brilliance Audio
erschienen: 17.06.2014
Länge: 10 Std. 40 Min.

Das Hörbuch ist im Download bei audible.de erhältlich, und zwar HIER. Es kostet im Flexi-Abo € 9,95. Eine Hörprobe findet ihr ebenfalls auf der Produktseite von audible.de

Inhalt (audible):

The brilliants changed everything.

Since 1980, 1% of the world has been born with gifts we’d only dreamed of. The ability to sense a person’s most intimate secrets, or predict the stock market, or move virtually unseen. For thirty years the world has struggled with a growing divide between the exceptional…and the rest of us.

Now a terrorist network led by brilliants has crippled three cities. Supermarket shelves stand empty. 911 calls go unanswered. Fanatics are burning people alive.

Nick Cooper has always fought to make the world better for his children. As both a brilliant and an advisor to the president of the United States, he’s against everything the terrorists represent. But as America slides toward a devastating civil war, Cooper is forced to play a game he dares not lose – because his opponents have their own vision of a better world.

And to reach it, they’re willing to burn this one down.

Zum Hörbuch:

ACHTUNG: Spoiler für Band 1 der Reihe, ‚Brilliance‘ (Die Abnormen)!!!

Seit dem Ende von Buch 1 hat sich in Nick Cooper’s Welt ein bisschen was getan: Auch durch sein Zutun ist der amerikanische Präsident abgesetzt worden, und Cooper arbeitet jetzt als Berater für das neue Staatsoberhaupt. Cooper’s Hauptaufgabe ist es dabei, der Regierung Hilfestellung zu geben, wie ein Zusammenleben zwischen normalen Menschen und ‚Brilliants‘ friedvoll gelingen kann.

Nick’s recht ungewohnter Schreibtischjob wird zur Zerreißprobe (und auch wesentlich interessanter), als die ‚Children of Darwin‘, eine von Brilliants gebildete Terrorgemeinschaft, drei amerikanische Großstädte lahmlegt. Schön, dass nach einem recht passiven Beginn damit auch Leben in die Sache kommt.

Dafür sorgt überraschenderweise aber erstmal nicht Cooper, sondern ein amerikanisches Pärchen in Cleveland. Dr. Ethan Parks, ein Genetiker, und seine Frau Amy kämpfen in der belagerten Stadt zunächst gegen die Widrigkeiten leerer Supermarktregale und schließlich um ihr Leben. Emotional ist man rasch auf der Seite der beiden, haben sie doch ein erst wenige Wochen altes Baby zu beschützen. Genau das führt auch dazu, dass der ‚Normalo‘ Ethan über sich hinauswächst, ebenso wie seine erfrischend starke Ehefrau.

Die Geschichte wechselt zwischen dem Handlungsstrang dieser zwei und dem von Cooper hin- und her, und eine ganze Weile laufen die Parks unserem Helden gar den Rang ab, weil ihr Teil der Geschichte einfach lebhafter ist. Das ändert sich aber, als Cooper nach einem dramatischen Höhepunkt in der Brilliant-Enklave New Canaan endlich den Kugelschreiber fallenlässt und seine Kanone wieder aufnimmt. Hier wird das Hörbuch sehr stark: Gleich zwei Väter kämpfen jetzt an zwei Fronten für ihre Familien, gegen Terroristen und gegen einen drohenden Bürgerkrieg zwischen Normalen und Brilliants.

Denn wie erwartet kochen die Gemüter hoch, der Argwohn gegenüber den ‚Abnormen‘ schlägt in Hass und regelrechten Rassismus um. Wer gut und wer böse ist, und wer auf wessen Seite, ist nicht mehr so einfach zu sagen. Falsche Entscheidungen auf beiden Seiten fachen die Feindseligkeit an. Im weißen Haus sitzen Kriegstreiber, die über ihren politischen Ehrgeiz das Wohl des eigenen Landes aus den Augen verlieren. Und der Anführer der ‚Children of Darwin‘ verfolgt seine eigenen Motive.

Viel Spannendes und Unterhaltsames steckt in diesem 2. Band. Die Geschichte gewinnt durch die Abkehr von einer linearen hin zu einer Parallelhandlung von teils bis zu vier ‚Tatorten‘ gleichzeitig. Cooper wird noch angreifbarer, und wir kennen ihn inzwischen gut genug, um hinter seine etwas selbstgerechte Fassade zu schauen, wo sich – natürlich – ein Typ verbirgt, der so weich ist wie Butter und zugleich so hart wie Stahl. Sakey bringt dazu noch Nick’s Freundin Shannon wieder ins Spiel und peppt die Sache auf, als Nick’s Ex-Frau Natalie wieder Gefühle für ihn entwickelt.

Was man trotzdem kritisieren muss, sind die nach wie vor zu typenhaften Figuren. Cooper hat zwar an Profil gewonnen, und Sakey bemüht sich um Undurchschaubarkeit, was den ein oder anderen angeht, doch alles in allem tummeln sich immer noch einige grob geschnitzte und austauschbar erscheinende Pappfiguren in ‚A Better World‘. Besonders die Politiker fallen mir da ein, aber auch Ethan’s Nachbarschaft. Da gingen noch mehr Zwischentöne.

Völlig unverständlich ist mir auch die Unfähigkeit der amerikanischen Hilfstruppen. Es ist kein Problem, bis an die Zähne bewaffnete Batallione zu organisieren, aber nach einer Woche noch unmöglich, drei US-Großstädte von außen mit dem Nötigsten zu versorgen, obwohl alle Straßen intakt und Luftwege offen sind?! Echt jetzt. Das kaufe ich Sakey nicht ab.

Ab und zu baut der Autor auch immer noch auf merkwürdig passende Zufälle und intuitive Einsichten, denen eigentlich jeder harte Beweis fehlt. Aber gut. Das lässt sich ja zur Not auf die überlegenen geistigen Fähigkeiten eines Brilliant schieben.

Apropos Brilliants: In diesem zweiten Teil kommt noch mehr ans Licht, was die alles drauf haben. Anklänge an Huxley’s ‚Schöne Neue Welt‘ sind überdeutlich. Wer aber darauf hofft, ihre Fähigkeiten in bunterer Vielfalt zu erleben, der wird enttäuscht sein. Es geht nach wie vor um geistige und intuitive Überlegenheit, die sich subtil äußert. Auch wenn mehr darauf eingegangen wird, wie belastend diese Begabungen für die Betroffenen sein können.

Zum Sprecher:

Na, dieses barsche Gegrummel kenne ich doch? Cooper klingt ein wenig so wie Jake Cole aus Bloodman von Robert Pobi. Das passt auch: Cooper ist als hartgesottener Ex-DAR-Agent kein Weichei, und so darf er auch ruhig klingen. Dass unter der harten Schale doch ein weicher Kern versteckt ist, hört man allerdings auch, wenn Daniels die zusammengepressten Kiefer auseinandernimmt, das Knurren sein lässt und Cooper in den geeigneten Momenten die passende Wärme verleiht.

Ich bin freudig überrascht, wie Daniels mit den Frauenfiguren umgeht: Sie klingen höher, aber nicht gekünstelt, weicher, aber nicht schwach. Glaubhaft. Bei der politischen Entourage des Präsidenten und bei Cooper’s Konversation mit den Epsteins habe ich ein paar Differenzierungsprobleme zwischen den ganzen Männerstimmen. Aber grundsätzlich liefert Daniels eine prima Leistung ab und passt vor allem bestens zu unserem Haudegen Nick Cooper.

Fazit:

Unterm Strich ein sattes Ding mit Schwächen, über die man hinweg sehen kann, aber vor allem mit spannenden, eskalierenden und sich gut verknüpfenden Handlungssträngen. Nick Cooper gewinnt an Kontur, bleibt aber – zum Glück – auch der toughe Fighter mit einem großen Herz. Eine zweite neue Figur sorgt in der eigenen Storyline für Wirbel und Sympathien. Und am Ende gibt es eine Wendung, die zwar logisch, aber nicht so vorhersehbar ist wie in Teil 1 und einen Schluss, der nach mehr lechzen lässt. Nebenher noch bleibt der Anspruch, eine Parabel auf Rassismus und Faschismus zu sein, und das gelingt sogar ganz gut, ohne philosophische Schwere zu erzeugen. Oft ist ja der zweite Teil einer Reihe schwächer und hat einen unausgegorenen Brückencharakter. Das ist hier eindeutig nicht der Fall. Im Gegenteil: Es geht steil aufwärts!

Dann warten wir jetzt mal alle ungeduldig auf Teil 3. Aber laut Tweet von Luke Daniels hat er Marcus Sakey ja in seinen Keller gesperrt und gibt ihm nur gegen fertig geschriebene Seiten Ausgang. Es kann also nicht mehr lange dauern. *wippt mit dem Fuß*

Bewertung:

Hörbuch: 7 von 10 Punkten

Sprecher: 9 von 10 Punkten

 

 

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