Rezension: ‚The Gemini Effect‘ von Chuck Grossart

The Gemini Effect Chuck GrossartTitel: ‚The Gemini Effect
Autor: Chuck Grossart
Sprache: Englisch
Format: Hörbuch
Sprecher: Phil Gigante
Anbieter: Brilliance Audio
erschienen: 01.04.2015
Länge: 08 Std. 40 Min., ungekürzt

Das Hörbuch ist als Download bei audible.de erhältlich, und zwar HIER. Es kostet im Flexi-Abo € 9,95 (regulärer Preis € 9,95). Eine Hörprobe findet ihr ebenfalls auf der Produktseite von audible.

Inhalt:

A single raindrop opens a Pandora’s box of horrors when the spawn of perverse genetic research performed during World War II – refined by Cold War enemies and perfected by nature – are unleashed on an unsuspecting world. By dawn only a dead city remains, eerily quiet and still except for the mutant beasts who hide from the light, multiply, and await the shadows of day’s end.

Ordered to investigate the unfolding crisis, biowarfare specialist Carolyn Ridenour barely escapes the creatures‘ nocturnal onslaught, saved in the nick of time by Colonel Garrett Hoffmann, who has lost hundreds of his troops to the mutant army that neither bombs nor bullets can break.

As Carolyn and Garrett race to stop the plague, a battered and broken US government is preparing to release the fury of America’s nuclear arsenal on its own soil.

Zum Hörbuch:

80er Jahre Feeling

Ein bisschen fühlt man sich zurückversetzt in die TV-Katastrophenfilme der 80er: Menschen sterben in Scharen, das Militär rennt mehr oder weniger kopflos aber dafür lauthals Befehle brüllend durch die Gegend, die Russen sind böse, und ein konservativ gestrickter Präsident trifft harte Entscheidungen. Selbst die Geschlechterrollen sind ziemlich klassisch verteilt: Zwar ist die Biowaffenexpertin eine Frau und hat auch Ahnung von der Materie, ist im Zusammenspiel mit dem ihr zugeordneten zackigen Colonel aber ganz eindeutig die Schutzbedürftige.

Die Mutanten sind klasse

Waren es in den 80ern jedoch Vulkanausbrüche und Erbeben, so haben wir es in The Gemini Effect mit Mutanten zu tun. Schön eklig im Stile der ersten Akte-X-Folgen treten in der Eingangssequenz rasant mutierende und hungrige Nagetiere eine Katastrophe apokalyptischen Ausmaßes los. Geraschel im Dunkeln, das Tapsen von bekrallten Füßen, das Schmatzen vieler hungriger kleiner Mäuler hört man zwischen den Zeilen mit wohligem Schaudern heraus. Zumal Phil Gigante das so schön unheilvoll vorliest.

Schnelle Eskalation

Und dann geht es schnell rund: Das Mutanten-Virus überrollt die USA, verzweifelt bekämpft vom Militär. Dabei wird zu Gegenmaßnahmen gegriffen, die alles andere als zimperlich sind. Und natürlich sind auch Nuklearwaffen in der Diskussion.

Alles etwas flach

Währenddessen recherchieren Carolyne und der Colonel von der wissenschaftlichen Seite. Hier allerdings eine Vorwarnung: Wer hier sorgsame Humanbiologie, Epidemiologie und Genetik erwartet, wird enttäuscht sein: Die wissenschaftliche Seite wird ziemlich flach abgehandelt, alles nur grob erklärt, und überhaupt bügelt der hurtige Plot nähere Details gleich platt.

Ähnliches trifft auf die Figuren zu: Tiefgang ist nicht. Es gibt wenig Backstory, und nur beim Präsidenten greift Grossart mal tiefer in die emotionale Kiste. Das geht einem dann allerdings an die Nieren.

Hoppla-Schluss mit krassem Twist

Ein ziemliches Schleudertrauma lässt der Schluss zurück. Man hört – und plötzlich endet scheinbar mittendrin die Geschichte und springt zu einem Epilog. Der wartet mit einer Wendung auf, die aus einer ganz anderen, interessanten Ecke kommt, an sich clever ist, aber nicht wirklich zum vorangegangenen Tenor des Hörbuchs passt. Um dann wieder abrupt zu enden, so dass man sich fragt, ob vielleicht ein Sequel geplant ist. Das zumindest bisher nicht angekündigt ist.

Die typische Hörerreaktion am Ende: aufgerissene Augen und ein ‚HÄH?!‘

Zum Sprecher:

Phil Gigante hat eine schöne Stimmfarbe, die er auf einen bedrohlichen Bariton runterregeln kann. Gut für die gruselig-ekligen Mutantenszenen. Spaß macht auch sein Colonel Hoffmann: ein markiges Alphamännchen mit Kavalierscharme. Carolyne gerät für eine angeblich selbstbewusste Wissenschaftlerin stimmlich etwas zu weich, aber das scheint Gigante’s ‚weibliche Stimme‘ zu sein, die er nicht so gut variieren kann wie das männliche Spektrum. Auch hier gibt’s Abstriche, aber grundsätzlich hört man ihm gerne zu.

Fazit:

Spannung, Eskalation und schaudrige Unterhaltung bekommen bei THE GEMINI EFFECT eindeutig Vorzug vor Tiefgang, Detailreichtum, wissenschaftlichem Anspruch und runden Figuren. Das Ende vollführt eine waghalsige Kehrtwende, von der man nicht weiß, ob man sie äußerst clever oder unpassend finden soll. Phil Gigante liest das alles unheilschwanger, mit zackigen Militärstimmen und genau einer weichen, weiblichen Stimme vor.

Für Tage, an denen man zu müde, zu krank oder zu abgelenkt ist, um etwas Komplexes zu hören, aber trotzdem etwas braucht, das einen mit Spannung auf den Füßen hält. Unrund, aber unterhaltsam.

Bewertung:

Hörbuch: 5 von 10 Punkten
Sprecher: 7 von 10 Punkten

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