(Keine) Tweets von der Empore: Der Deutsche Hörbuchpreis #dhp2016

Die #bookup'er auf der Empore, betreut von Frau LeoWenn ich mal Glück habe, dann teile ich es gern. Am 8. März hatte ich Glück und durfte bei der Gala zur Verleihung des Deutschen Hörbuchpreises 2016 in Köln dabei sein. Und zwar als Teilnehmerin eines von Stefanie Leo aka @Buecherkinder organisierten #bookupDE. (Kurzerklärung: Bei einem #bookup treffen sich Buchmenschen und twittern, facebooken etc. dann live von der Veranstaltung.) Hashtag des Abends: #dhp2016.

Mit dem Twittern war es dann leider nicht so weit her. Wir durften zwar als Einzige (!) unsere Smartphones benutzen und fotografieren und bekamen dafür sogar einen WLAN-Zugang. Besagtes WLAN war aber überfordert, und mein altersschwaches iPhone 4 leider auch. Kaum einer meiner Tweets wollte in den Äther rausgehen.

Aber ich hatte ja versprochen, dass ich euch mitnehme. Also mache ich das auch! Kommt noch mal mit mir zurück! Stellt euch einfach vor, wir hätten heute den 8. März und ihr würdet mit mir ins ‚kleine Schwarze‘ und in die hohen Schuhe schlüpfen und euch in den National Express nach Köln setzen.

Logo Deutscher Hörbuchpreis

18:30h, Hauptbahnhof Köln

Der Zug hat mich pünktlich ausgespuckt, und ich positioniere mich vor der Buchhandlung Ludwig im Bahnhof. Dort will ich mich mit zwei anderen #bookup’ern treffen. Vor dem Laden steht auch eine unermüdliche Buchhändlerin, die anlässlich des Weltfrauentages Rosen an alle weiblichen Eintretenden verteilt. Mit ihr unterhalte ich mich natürlich sofort über Bücher.

18:40, Hauptbahnhof Köln

Hörbuch Baba Dunja in der Buchhandlung Ludwig

Silvia von @leckerekekse habe ich vorher noch nie gesehen, aber wir erkennen uns an der schicken Garderobe. Das gilt auch für Kerstin @KWerksttten, die extra aus Mainz angereist ist und schon viel ‚Spaß‘ mit der Deutschen Bahn hinter sich hat. Nachdem Silvia und ich im Buchladen eines der preisgekrönten Hörbücher entdeckt haben, stöckeln wir los Richtung Funkhaus. (Und überstehen, so mal am Rande, den Gang vom neuerdings berüchtigten Kölner Hauptbahnhof völlig ereignislos, obwohl wir noch nicht mal die empfohlene Armlänge Abstand einhalten…)

19:00, Funkhaus am Wallraffplatz

der blaue Teppich vor dem Funkhausdhp_04 das mit Gästen gefüllte Foyer im Funkhaus

 

 

 

 

 

Der rote Teppich vor dem Funkhaus ist nicht rot, sondern blau, und natürlich muss ich das auf Twitter kurz anprangern. Drinnen ist anstehen angesagt bei mehreren Damen hinter Laptops, die die Gästelisten hüten. Wir sehen schon groß auf mehreren Leinwänden das Hörbuchpreis-Logo, das Foyer füllt sich, und der Sekt fließt.

Erfolgreich akkreditiert, finden wir rasch Frau Leo. Die mit den roten Schuhen. Ihr wisst schon. Und dann stehen wir im Kreis beisammen, mit Kaltgetränk bestückt, und fragen uns unsicher, wer jetzt wer ist. Einige kennen sich. Viele nicht. Vertraute Grüppchen kleben zusammen, andere lernen sich kennen. Bei uns entweder exzentrischen oder nerdig-introvertierten Buchmenschen ist das immer eine etwas seltsame und ungelenke Phase.

Blick von der Empore auf die Vorbereitungen auf der BühneDie dauert aber nicht lange, denn Frau Leo lotst uns an einer zunächst unwilligen Aufpasserin vorbei schon vor allen anderen in den Saal. Für uns sind zwei Sitzreihen auf der Empore reserviert. (Hinter uns sitzt ‚Die Unendliche Geschichte‘, und das kann ja nie verkehrt sein.) Wir stehen sozusagen über den Dingen, und auch wenn die Bühne etwas weit weg ist, haben wir völlig freie Sicht und stören hier oben mit den Handys weder die Zuschauer noch die Kameraleute. Der Abend wird vom WDR aufgezeichnet, jawohl!

 

Zettel am Sitz: Reserviert für Unendliche GeschichteUnten auf der Bühne stehen rechts zwei rote Sofas, darüber eine Großleinwand, an der Seite ein Pult. Links hat die Band aufgebaut. Auf einem Tischchen rechts stehen schon die Hörbuchpreis-Trophäen parat – eine hübsche gläserne CD, die halb aus einem Holzsockel herausragt. Eject eben.

Auf beiden Seiten stehen dicke Fernsehkameras, an den Bühnenrändern huschen Techniker in Schwarz über Kabelsträngen hin und her. Geschäftige Anspannung. Geht gleich los.

Bei uns auf der Empore herrscht eine ganz andere Anspannung: erstmal wurschteln wir uns alle ins WLAN und stellen dann fest, dass wir entweder wieder rauspurzeln oder aber unsere Tweets gaaaanz langsam laden. Die mit neuen Smartphones sind besser dran als ich, und deren Fotos haben auch eine viel bessere Qualität – bei mir geht kaum ein Tweet raus, und spätestens jetzt ist klar: Ich brauche dringend ein neues Handy.

19:45, im Saal

Die Zuschauer wurden inzwischen auch in den Saal gelassen, aber noch herrscht Unruhe und nicht jeder hat seinen Platz gefunden. Hinter uns oben auf der Empore trudelt noch auf die letzte Rille die Presse ein, und nicht alle sind begeistert darüber, dass ihnen ein Haufen smartphoneschwingender Blogger vor der Nase sitzt. C’est la vie.

Götz Alsmann

Der Gastgeber des Abends betritt die Bühne, Götz Alsmann. Der hat natürlich die Haare schön und einen schicken Smoking an. Er blödelt ein bisschen rum, übt mit uns Klatschen in wachsenden Begeisterungsstufen. Warm-up eben. Aber gleich geht die TV-Aufzeichnung los, und Alsmann wird autoritär: „Wenn nicht gleich alle sitzen, geht die Sprenkleranlage an!“

20h, im Saal

Alle sitzen, es geht los! Dass wir #bookup’er während der ganzen Veranstaltung mit unseren Handys rumfuchteln, erwähne ich nicht weiter. Das ist klar.

Bester Interpret

Lars Eidinger liest "Trillaphon" vorAlsmann fackelt jedenfalls nicht lange. Der erste Preisträger wird gekürt, und das ist schon mal einer der Wichtigsten (bei den Oscars hätte man sich den bis zum Schluss aufgespart): Schauspieler Lars Eidinger gewinnt den Preis für seine Lesung von David Foster Wallace’s Novelle „Der Planet Trillaphon im Verhältnis zur üblen Sache“. Bei der ‚üblen Sache‘ handelt es sich um die schweren Depressionen, unter denen der Autor litt, und die Eidinger so gut transportiert. Das beweist er direkt und liest ein paar Minuten die Szene eines Unfalls vor, hinter ihm auf der Leinwand beunruhigende, in rot-blaues Licht getauchte Bilder von einem Bus und einem Krankenwagen.

Lars Eidinger mit HaarspangeAlsmann wechselt ein paar Sätze mit Eidinger, der scheinbar in jedem Hotel erklären muss, dass er nicht ‚Erdinger‘ heißt. Alsmann darauf: „Zu mir sagen die immer ‚Hallo Herr Westermann‘.“ Das Publikum lacht. Entzückend sind auch das schwarze Klipperspängchen, mit dem Herr Eidinger seine Haare aus der Stirn frisiert hat, sowie seine lediglich wadenlange Anzughose in Hochwasser-Optik. Ist alles Absicht, da bin ich sicher, und wirkt sehr kreativ und charmant.

Nachdem Eidinger wieder hinter den Kulissen verschwunden ist, stellt Alsmann kurz die musikalische Begleitung vor – eine 3-Mann-Band um Pianisten Mike Herting nebst Kontrabass und Percussion sowie später die iranische Frauen-Vokalgruppe Maryam Akhondy & Banu

Bestes Hörspiel

Die Preisträger für "Wir" mit Alsmann auf dem roten SofaDen Preis für das beste Hörspiel gewinnt „Wir“ nach dem dystopischen Roman von Jewgenij Samjatin. Auf’s rote Sofa bittet Alsmann Regisseur Christoph Kalkowski und Komponist Raphael D. Thöne. Wir bekommen zu schwarz-weiß Bildern einen Ausschnitt eingespielt, und darin fällt die wuchtige, eigens für „Wir“ komponierte Orchestermusik sofort auf. Auf die typisch dystopische Handlung angesprochen, sagt einer der Preisträger passend: „Am Ende endet’s dann ganz furchtbar – als Mahnung.“

 

Backstage wird gefuchtelt

Derweil das alles seinen Lauf nimmt, gewöhnen wir uns an ein Backstage-Ritual: Ein Typ in schwarz mit wirrer Haarpracht – wohl der Aufnahmeleiter – flitzt abseits der Kamerawinkel und während der Video-Einspieler über und um die Bühne und gestikuliert in Richtung Alsmann. Per Handzeichen werden verbleibende Minuten angezeigt, und gerät ein Gespräch zu lang, eskaliert das Ganze in wildes Gefuchtel. Sieht stressig aus, aber Alsmann kennt das wohl: Geschickt beendet er seine Dialoge, ohne dass es abrupt wirkt.

In Memoriam – Roger Willemsen

In Memoriam: Einspieler von Roger WillemsenDann wird es still und ernst im Saal. Götz Alsmann zieht seinen symbolischen Hut vor dem unlängst verstorbenen Literaten und lit.cologne-Fan Roger Willemsen. Ein Film zeigt Szenen von und über Willemsen, geschmackvoll zusammengestellt, mit einem klugen, zarten Schmunzeln untermalt. Das passt zu Willemsen, und das Publikum klatscht voller Hochachtung. Ebenfalls passt das melancholisch klingende Liebeslied, das Maryam Akhondy & Banu in Folge anstimmen.

 

Kinderhörbuch des Jahres

Ein Highlight des Abends: Die Live-Performance von fünf Cast-Mitgliedern des Hörspiels „Die Unendliche Geschichte“ nach Michael Endes Kinderbuchklassiker. Nebeneinander an Lesepulten platziert, ziehen Erzähler Hans Krämer, Irrlicht Laura Maire, Felsenbeißer Thomas Anssenhofer, Nachtalp Hanns Jörg Krumpholz und Winzling Martin Bross das Publikum völlig in den Bann.

Laura Maire liest mit Ganzkörpereinsatz

Besonders Laura Maire schießt kieksend, bibbernd und quiekend als verirrtes Irrlicht auf dem Weg zur kindlichen Kaiserin den Vogel ab. Sie liest nicht, sie schauspielert da vorne auf der Bühne, verzieht das Gesicht, wedelt mit den Armen, macht Kulleraugen. Es ist eine Wonne. Dazu der rumpelig intonierte Felsenbeißer, der quäkende Nachtalp und der souveräne Winzling, und das alles vor zarter, eigens für das Hörspiel komponierter Musik – da bekommt man sofort Lust, „Die Unendliche Geschichte“ auch noch mal zu hören, egal, wie alt man ist.

die Sprecher vor dem "Haulewald"-Bild

Die ganze Aktion wird frenetisch beklatscht, und darüber freuen sich besonders Regisseurin Petra Feldhoff und Redakteurin Ulla Illerhaus, die den Preis entgegennehmen. Nach ihrer Motivation befragt, das bereits schon mal als Hörspiel aufgenommene Kinderbuch nochmal ganz neu zu kreieren, sagt Illerhaus: „Das kann man schöner machen… Und dann habe ich das gemacht.“ Zu unserem Glück!

 

 

Bestes Sachhörbuch

der Gewinner der Kategorie "Bestes Sachhörbuch" im Gespräch mit AlsmannNeil MacGregor’s Audio-Museumstour „Deutschland. Erinnerungen einer Nation“ bekommt den Preis für das beste Sachhörbuch. Was sich nach einem schweren Titel anhört, entpuppt sich im Einspieler über die deutsche Wurst als Sammlung von Anekdoten zu deutschen Charakteristika von regionalen Spezialitäten bis zu für Briten befremdliche Angewohnheiten quer durch die deutsche Geschichte. Dass Sprecher Burghart Klaußner nicht anwesend ist, um selbst daraus vorzulesen, ist wirklich schade. Auch Regisseur Burkhard Schmid ist nicht hier, und es ist leider ein bisschen exemplarisch für den Abend, dass ein Vertreter – in diesem Fall Hans Sarkowicz vom HR die Trophäe stellvertretend annimmt.

Publikumspreis HÖRkules

Simon Jäger und Götz AlsmannBesonders spannend, da bis heute Abend geheim, ist der Sieger im Rennen um den online abgestimmten Publikumspreis ‚HÖRkules‘. Den sahnt der Sebastian Fitzek-Thriller „Passagier 23“ von Lübbe Audio und Audible ab, und es ist klasse, dass Sprecher Simon Jäger die Bühne betritt, um live sein Können zu zeigen. (O-Ton Alsmann: „Ob Sie’s glauben oder nicht, Simon Jäger ist tatsächlich da!“) Der sieht in seinem Smoking und mit Nickelbrille ganz schnieke und aufgeräumt aus – ganz anders als ich ihn bei der letzten, arg rotweingeschwängerten Prima Vista Lesung in Erinnerung habe.) Er gesteht Alsmann und uns, dass seine Mutter sein kritischster Fan ist. „Die sagt mir dann, was für eine Scheiße ich verzapft hab.“ Zu den Aufnahmen der vielen blutigen Thriller, die er schon auf dem Konto hat, meint er: „Ich muss schon sagen, ich fühl mich recht besudelt wenn ich rauskomm‘“. Deswegen beeilt er sich auch mit dem Einlesen. Damit ihm das nicht nachläuft.

Beste verlegerische Leistung

Das Schwergewicht des Abends ist mit Sicherheit „Die Quellen sprechen“, eine 16-bändige Collage aus Zeitzeugenberichten vom Holocaust. Chronologisch geordnet, lesen tatsächliche Überlebende Briefe, Opfertexte und Verlautbarungen der Nazis vor. Die eingespielte MAZ sorgt für bedrückte Stille im Saal. Auf dem roten Sofa erklärt einer der Co-Autoren: „Wenn man das liest, dann sieht man eine extreme Verrohung in kürzester Zeit, die in Deutschland Raum greift und die ganz fürchterlich ist.“ Er erinnert daran, aus der Geschichte zu lernen und sie immer wieder zu spiegeln. Das kann man gar nicht oft genug sagen. Gerade jetzt.

"Die Quellen sprechen"-Gewinner im Interview

Beste Interpretin

Sophie Rois nimmt die Trophäe auf der Leinwand entgegenMein Herz schlägt höher. Gerade auf Sophie Rois als beste Interpretin für „Baba Dunjas letzte Liebe“ von Alina Bronsky habe ich mich besonders gefreut. Das Hörbuch habe ich in den letzten Wochen gleich zweimal gehört, es rezensiert und war ganz gefangen von Rois‘ markanter Performance. Aber leider ist auch Rois abwesend, bei Theaterproben in Zürich. Als kleiner Trost wurde die Preisübergabe dort gefilmt, inklusive einer kurzen Lesung aus diesem Roman über eine todesverachtende Tschernobyl-Rückkehrerin. Trotzdem schade. Ich bin etwas enttäuscht.

Beste Unterhaltung

Götz Alsmann befragt Philipp Moog

Diese Enttäuschung wird wettgemacht von Philipp Moog, der für seine Performance in „Tante Poldi und die sizilianischen Löwen“ von Mario Giordano geehrt wird. Schnuckelig anzusehen ist er, der Philipp Moog, und mir wird jetzt erst klar, dass ich ihn aus dem Fernsehen kenne. Das Stückchen, das er dann aus dem Buch vorliest – ein köstlicher Dialog zwischen Tante und Neffe über die Standhaftigkeit des Commissario im Bett – beweist sprühenden Charme, Wärme und lässt mich den Sprecher Moog mit völlig anderen Augen sehen. Auf den werde ich jetzt mehr achten.

Hörbuch des Jahres – HR2 Bestenliste

"Die gebrannte Performance von Thomas Kling - die Macher auf der CouchSperrigster Titel des Abends ist die Sprachinstallation „Die gebrannte Performance“ von Thomas Kling. Der Einspieler mit seinen lyrischen Sprachfetzen, die mehr über Klang als über Sinn einwirken, ist mit Sicherheit sehr interessant. Am verhaltenen Applaus merkt man aber auch, dass es schwierig ist, damit etwas anzufangen. Mit sowas muss man sich auseinandersetzen. Meins ist es nicht. Aber dafür fällt dieses Hörbuch aus dem Rahmen und ist definitiv perfekt für alle, die das Exzentrische und Ausdrucksstarke lieben.

 

 

Der Sonderpreis

Götz Alsmann kündigt die Drei ??? an

Das Beste kommt ja bekanntlich zum Schluss. Jedenfalls gehört der heftigste Beifall Deutschlands altgedientesten Jungdetektiven, als die Drei ??? alias Oliver Rohrbeck, Andreas Fröhlich und Jens Wawrczeck auf die Bühne hüpfen. Seit 1979 sind sie Dauerbrenner – vor allem als Einschlafhilfe, wie sie fröhlich gestehen. Das Ritual, als Kind vor dem Schlafen noch eine Kassette hören zu dürfen, haben viele Fans ins Erwachsenenleben transportiert – auch ich. Warum die Reihe auch nach 37 Jahren ungebrochen Hörer quer durch die Generationen begeistert, kann sich Andreas Fröhlich angeblich nicht erklären. Götz Alsmann schon: „Wer schon mal stundenlang im Auto mit Kindern unterwegs war, weiß das.“

Zu zwei Einspielern mit Fotos der Drei als Kinder, backstage Videos und einem Clip aus einer Live-Performance wird aus dem Nähkästchen geplaudert. So gesteht Fröhlich, dass er mit 14 den Job annahm, weil er mit der PanAm nach Hamburg fliegen durfte. „Das war für mich der Grund, diese Rolle anzunehmen, weil ich Lust hatte, im Flugzeug zu sitzen und Tomatensaft zu trinken.“ Oliver Rohrbeck berichtet von Gastsprechern, die über die altmodische und sehr vertraute Art der Aufnahmen schon mal irritiert sind und sich als Außenseiter vorkommen. Jens Wawrczeck gibt zu, dass die Fans bessere Kenner der Reihe sind als sie selbst. Bei den großen Live-Auftritten reagieren sie auf jede Anspielung und jeden Querverweis, den die Drei selbst gar nicht kapieren.

Oliver Rohrbeck, Andreas Fröhlich und Jens Wawrczeck plaudern aus dem Drei ??? Nähkästchen

Nett: Eine Laudatio halten per Video die Bandmitglieder von ‚Jupiter Jones‘ – das ist der amerikanische Originalname von Justus Jonas. Selbst von Kind an Drei??? Fans, schrammelt die Band auf ihren Instrumenten eine nette Version der Titelmelodie (die ich ‚Kassettenkind‘ prompt als Ohrwurm im Kopf behalte).

Alle Preisträger zum Gruppenbild auf der Bühne

Dann ist es fast geschafft. Der Aufnahmeleiter hört links am Bildrand auf zu fuchteln, und Götz Alsmann bekommt ein warmes Glas Champagner in die Hand gedrückt, mit dem er feierlich die lit.cologne eröffnet. Auf Ex getrunken, einmal geschüttelt – dann gehen die Kameras aus und das Schlussbild mit allen Gewinnern nochmal auf der Bühne bekommen nur wir im Saal noch mit.

Die After-Show-Party

Der After-Show-Empfang anschließend im Foyer ist vor allem eins: rappelvoll. Dass Fassungsvermögen des Funkhauses ist an der Grenze. Zwischen zwei Getränkebars und einem Büffet schieben sich vornehmlich schwarz gekleidete Gala-Gäste aneinander vorbei. Wir #bookup’er tun uns erstmal schwer, ein Plätzchen zu finden, wo man stehen  oder sogar etwas essen kann, ohne in einen fremden ‚Tanzbereich‘ einzudringen.

Einige schaffen es, Selfies mit den Preisträgern zu ergattern. Andere nutzen die Zeit, um berufliche oder private Kontakte zu pflegen. Ich selbst bin so beschäftigt damit, dass ich meine Antipasti im Glas und meinen Reis mit Gemüse darüber ganz zu essen vergesse. Irgendwie verfliegt die Zeit, und in dem wirklich engen Gewühl kommt man schlecht von einem Gesprächspartner zum anderen.

Suchbild: Wo ist Jens Wawrczeck?

Ein bisschen ärgere ich mich, dass ich ohne Foto mit den Drei ??? heimfahre. Ich scharwenzele ein bisschen um Jens Warwczeck rum (den ich auf Pumps locker um einen halben Kopf überrage). Aber Promis für ein Foto anquatschen ist nicht so mein Ding, und deshalb gibt’s nur dieses unauffällige ‚Wo ist Jens‘-Suchbild aus höflichem Abstand. (Daneben steht Philipp Moog).

Schließlich findet mich Frau Leo wieder, deren Mann uns freundlicherweise nach Hause kutschiert. (Danke nochmal für den Service!) Eigentlich hätte ich gut und gerne noch ein Stündchen bleiben können (und hätte mir dann vielleicht auch endlich mal einen Sekt geholt), aber es geht mittlerweile schon auf Mitternacht zu. Und aus diesen verflixten hohen Schuhen endlich wieder raus zu kommen, ist eigentlich auch ganz schön.

Logo Deutscher Hörbuchpreis über der abgedunkelten Bar im Foyer

PS: Vielen Lieben Dank an Tobias Grimm aka @FotoTobi, der so tolle Fotos geschossen hat und uns #booup’ern auch noch erlaubt hat, sie einfach so in unseren Beiträgen zu verwenden! Ich habe das schamlos ausgenutzt. *reicht Blumen*

Das Foto von Lars Eidinger hat Silvia @leckerekekse geschossen, und ich durfte es verwenden. Zum Glück – auf meinen konnte man die Haarspange nicht erkennen (und Lars Eidinger eigentlich auch nicht). Dankeschön!

Mehr zu den Gewinnertiteln…

Wenn ihr zu den Preisträger-Hörbüchern mehr wissen wollt, schaut doch mal in meinen Artikel auf dem Audible Hörbücher-Blog rein.

 

 

 

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9 Gedanken zu “(Keine) Tweets von der Empore: Der Deutsche Hörbuchpreis #dhp2016

  1. Kathrin 17. März 2016 / 21:17

    Danke fürs Mitnehmen 🙂 Was für ein toller Abend! Und das Hörspiel zur Unendlichen Geschichte kann ich nur empfehlen – das ist wirklich mit sehr viel Liebe zum Detail gemacht und ein ganz besonderer Schatz fürs Audio-Regal.

    • papercuts1 20. März 2016 / 12:44

      Hallo Kathrin,
      ja, das war ein toller Abend. Und das Hörspiel ‚Die Unendliche Geschichte‘ steht jetzt natürlich auf meine ‚muss-ich-hören‘-Liste. Wäre mal was für die nächste lange Autofahrt in den Urlaub. Wann immer der ansteht…

      Gruß,

      Ute

  2. desideropacem 17. März 2016 / 22:29

    Oh ja, das WLAN … aber hey, lieber schlechtes als gar keins ; )

    • papercuts1 20. März 2016 / 12:47

      Hallo desideropacem,

      klar besser schlecht als gar keins. Und bei mir waren 50% des Problems das alte iPhone. Aber es hat mich schon etwas geärgert. Schließlich war das Twittern Teil des ‚Jobs‘ an diesem Abend. Und da hätte ich gerne mehr gemacht. Nun ja. Es war auch so ein gelungener Abend.

      Gruß,

      Ute

  3. Silvia 21. März 2016 / 7:34

    Der Abend lebte in mir wieder auf. Danke für den sehr unterhaltsamen Bericht. Vielleicht könne wir nächstes Jahr wieder dabei sein?

    • papercuts1 27. März 2016 / 12:30

      Das wäre schön, wenn wir das nächstes Jahr wiederholen könnten. Jetzt weiß man ja, wie man am besten plant und den Abend angeht. Schön, dass wir uns getroffen haben! Bis bald in Köln!

      Gruß,
      Ute

  4. Susanne 21. März 2016 / 12:27

    Hättest du dich mal uns angeschlossen, dann hättest du jetzt auch ein „mit Jens“- und/oder „mit Philipp“-Foto! Die waren wirklich sehr nett und gesprächig. Aber deinen Schnappschuss mit Kennzeichnung finde ich auch total witzig und ich danke für deine Eindrücke.

    • papercuts1 27. März 2016 / 12:31

      Ja, hätte ich mich euch mal angeschlossen. In dem Gewirr war das für uns alle ja etwas schwierig, was, wer, wohin, mit wem. Vielleicht gibt’s ja ein nächstes Mal.
      Freut mich, dass dir mein Bericht Spaß gemacht hat!

      Gruß,
      Ute

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