Rezension: „The Art Of Asking“ von Amanda Palmer

The Art Of Asking von Amanda PalmerTitel: The Art Of Asking: How I Learned to Stop Worrying and Let People Help
dt. Titel: The Art Of Asking: Wie ich aufhörte, mir Sorgen zu machen, und lernte, mir helfen zu lassen
Autorin: Amanda Palmer
Sprache: Amerikanisch
Format: Hörbuch
Sprecher: Amanda Palmer
Verlag: Hachette Audio UK
erschienen: 11.11.2014
Länge: 11:27 Std., ungekürzt

Das Hörbuch ist als Download bei audible.de erhältlich, und zwar HIER. Es kostet im Flexi-Abo € 9,95 (regulärer Preis € 24,95). Eine Hörprobe findet ihr ebenfalls auf der Produktseite von Audible.

Inhaltsangabe:

Imagine standing on a box in the middle of a busy city, dressed as a white-faced bride, and silently using your eyes to ask people for money. Or touring Europe in a punk cabaret band, and finding a place to sleep each night by reaching out to strangers on Twitter. For Amanda Palmer, actions like these have gone beyond satisfying her basic needs for food and shelter – they’ve taught her how to turn strangers into friends, build communities, and discover her own giving impulses. And because she had learned how to ask, she was able to go to the world to ask for the money to make a new album and tour with it, and to raise over a million dollars in a month.

Zum Hörbuch:

Wer ist denn Amanda Palmer? Diese Frage stellt ihr euch vielleicht jetzt, und ich stellte sie mir vor etwa zwei Jahren auch noch, als ich im Zusammenhang mit meinem Lieblingsschriftsteller, Neil Gaiman, auf ihren Namen stieß. Nun, Amanda Palmer ist vor allem eine Sängerin und Songschreiberin. Und noch viel mehr als das: Sie spielt nicht nur auch noch Klavier, Schlagzeug und Ukulele, sondern sie ist außerdem performance art Künstlerin und inzwischen auch Schriftstellerin.

Amanda Palmer lebt – in aller Offenheit

Ihre Kunst lebt sie, und das mit vollem Bewusstsein sehr öffentlich. Die sozialen Netzwerke sind ihr zweites Zuhause. Die Öffnung ihres künstlerischen und privaten Lebens nach außen vollzieht sie aus Überzeugung. Auf Facebook kann man sie abends oft live erleben, wenn sie ihrem Sohn und ihren Fans weltweit eine Gute-Nacht-Geschichte vorliest. Über Twitter findet sie auf Tour Schlafplätze auf den privaten Sofas ihrer Fans. Nach Konzerten ist es ihr ultimativer Vertrauensbeweis, sich auszuziehen und von Fans ihre nackte Haut bemalen zu lassen. Internet-Trollen antwortet sie auf böse Kommentare mit einem ehrlichen Lächeln und einem sanften „I love you“.

Aus dem TED Talk wurde ein Buch

Diese beeindruckende, schillernde, gefühlsbetonte Frau hat ein Buch geschrieben: THE ART OF ASKING. Es fußt auf ihrem TED Talk (s. Video), in dem es eigentlich und vor allem um Amanda’s Erfahrungen mit Crowdfunding ging. Sie ist als Künstlerin tatsächlich den mutigen Schritt gegangen, ihr Plattenlabel zu verlassen und ihr künstlerisches Schaffen komplett über „Patreon“, eine Crowdfunding-Plattform, zu finanzieren. Ihre daraus gewachsene Erkenntnis: Wenn man Menschen nach etwas fragt, geben sie (meistens) gerne – und bekommen dafür auch immer etwas zurück.

Dieses Konzept, das sich einfach anhört, aber tatsächlich sehr komplex ist, bringt sie uns in THE ART OF ASKING näher. Da geht es um den Mut, um Hilfe zu fragen, sich zu öffnen, sich verletzbar zu machen. Es geht um Vertrauen, um Gesehen-Werden, um wechselseitige Beziehungen zwischen Fragendem und Gebendem. Es geht um viel, viel mehr.

Einblicke in Kunst, Karriere und Privatleben

Ihre Erfahrungen verknüpft Amanda mit Anekdoten aus ihrer Karriere und aus ihrem Privatleben. Wir lernen viel über ihre Zeit als Straßenkünstlerin, ihre musikalische Punk-Folk-Reise mit den Dresden Dolls, ihre wachsende Beziehung zu Nail Gaiman, ihre tiefe Verbindung zu ihrem väterlichen Freund Anthony. Das strotzt vor Emotion. Das baut nirgendwo Zäune auf. Das lässt uns ganz dicht dran. Es ist das erste „Sachbuch“ meines Lebens, bei dem ich zu weinen anfange.

Ganz nah dran

Erstaunlicherweise wirkt das nie, an keinem einzigen Punkt, selbstdarstellerisch oder selbstverliebt. Amanda Palmer’s Offenheit ist entwaffnend. Sie kreiert in diesem Buch eine unglaubliche Nähe zum Leser, die schon etwas Intimes, Verwundbares aber ganz und gar Ehrliches an sich hat. Das ist faszinierend und unfassbar berührend.

Klare Worte, gefühlvolle Botschaften

Der Schreibstil ist aus dem Leben gegriffen. Mit eigentlich einfachen Worten sagt Amanda Dinge, die ins Schwarze treffen und hängen bleiben. Dass sie das in dieser Hörbuchversion auch noch mit ihrer eigenen Stimme tut, gespickt mit Songausschnitten zwischen den Kapiteln, löst jede Distanz zwischen Autorin und Leser auf. Man sitzt neben ihr, nach einem Konzert, mit verlaufener Schminke und einem Bier, und sie erzählt. So hört sich das jedenfalls an.

Fazit:

Mit entwaffnender Offenheit erzählt die Vollblutkünstlerin Amanda Palmer aus ihrem Leben und von der Erkenntnis, dass Fragen eine Kunst ist, von der beide Seiten sehr viel haben. Sie macht das völlig ungekünstelt, und wir nehmen Teil am bunten, verwundbaren, mutigen Werdegang einer Frau, die ihre Kunst und ihr Leben in die Hände menschlichen Gebens und Nehmens gelegt hat. Das ist jede Minute fesselnd und so ehrlich, dass es weh tut. Auf die gute Art.

Bewertung:

Hörbuch: 10 von 10 Punkten
Sprecherin: 10 von 10 Punkten

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