Rezension: „A Life In Parts“ von Bryan Cranston

 A Life In Parts von Bryan CranstonTitel: A Life In Parts
Autor: Bryan Cranston
Sprache: Amerikanisch
Format: Hörbuch
Sprecher: Bryan Cranston
Verlag: Simon & Schuster Audio
erschienen:11.10.2016
Länge: 08:53 Std., ungekürzt

Das Hörbuch ist als Dowload bei audible.de erhältlich, und zwar HIER. Es kostet im Flexi-ABo € 9,95 (regulärer Preis € 22,95). Eine Hörprobe findet ihr ebenfalls auf der Produktseite von audible.

Inhaltsangabe:

A poignant, intimate, funny, inspiring memoir – both a coming-of-age story and a meditation on creativity, devotion, and craft – from Bryan Cranston, beloved and acclaimed star of one of history’s most successful TV shows, Breaking Bad.

Zum Hörbuch:

Ich bin ein großer „Breaking Bad“-Fan. Als die Serie lief, verschlang ich sie Folge um Folge und konnte kaum glauben, dass das amerikanische Fernsehen solche ambivalenten, komplexen, sich über die gesamte Breite der Staffeln konsequent weiter entwickelnden Serien überhaupt produzieren konnte. Die Evolution des grenz-depressiven Chemielehrers und Losers Walter White hin zum kaltblütigen Drogenkönig „Heisenberg“ war grandios anzuschauen – auch und ganz entscheidend aufgrund der großartigen Schauspielleistung von Hauptdarsteller Bryan Cranston.

Breaking Bad – und vieles mehr

Mit einer erschütternden Szene aus der Serie, gesehen durch die Augen von Bryan Cranston, fängt diese Autobiografie denn auch an, und sie ist beeindruckend, auch aufgrund der vollen, raumgreifenden Stimme von Cranston, der hier selber liest.

Wer jetzt denkt, „A Life In Parts“ wäre ein Blick hinter die Kulissen von „Breaking Bad“, vertut sich aber. Diese Rolle ist nur eine der vielen, über die Cranston spricht. Überhaupt ist diese Biografie ein buntes Kaleidoskop aus Lebensgeschichte und Anekdoten, die mehr erzählt als übermäßig analysiert.

So erfahren wir von Cranston’s Zeit als Polizeianwärter, gehen mit ihm und seinem Bruder auf einen Motorradtrip quer durch die Vereinigten Staaten und machen für die Rolle in einem Werbespot einen Kletterkurs. Dazwischen immer wieder das Erleben von prägenden Beziehungen, innerhalb seiner Familie, mit einer labilen Freundin, mit seiner Ehefrau, dann als Vater.

Der rote Faden: harte Arbeit

Cranston entstammt einer Familie, in der das Geld immer knapp war. Zentraler Leitfaden seines Lebens ist von früh auf ein harter Arbeitsethos. Ob als Jugendlicher auf einer Hühnerfarm, als junger Schauspieler, der sich mit Fabrikarbeit über Wasser hält, oder als Soap-Darsteller mit Unmengen an Text zum täglichen Auswendiglernen – Bryan Cranston’s Erfolg im Leben und in der Schauspielerei fußt auf Disziplin und Arbeit, für die er sich nie zu schade ist.

Interessant, aber nicht tiefschürfend

Natürlich reflektiert Cranston auch. Er tut dies aber nicht ausschweifend, lässt eher die Anekdoten für sich selbst sprechen. Weder verliert er sich in hypersensibler Eigenanalyse noch in Selbstbeweihräucherung. Das ist sympathisch und erfrischend wenig egozentrisch – selten für einen Hollywoodstar von solchem Kaliber. Der Mann ist ganz deutlich auf dem Boden der Tatsachen geblieben.

Andererseits hat „A Life In Parts“ dadurch nicht die (Un)tiefe vieler anderen Künstler-Autobiografien. Wer gerne mit sensiblen Celebrities deren Achterbahnleben in vollen Zügen durchliebt und -leidet, ist hier fehl am Platz. Cranston’s Memoiren haben etwas sehr handwerkliches und normales an sich. Besonders angehende Schauspieler können von seinem Arbeitsethos bestimmt viel lernen. Ein Seelenstrip ist das dagegen nicht, und so bleibt nach dem Aushören auch kein heftiger Nachhall. Muss es ja auch nicht.

Zum Sprecher:

Seltsam: Obwohl ich „Breaking Bad“ immer im Original geguckt habe, ist mir nicht aufgefallen, was für eine intensive und schöne Stimme Bryan Cranston hat. Da hat die Optik und Handlung mich wohl abgelenkt. Jedenfalls horcht man schon bei den ersten Sätzen auf und wird in die beschriebene Szene hineingezogen. Dieser Stimme schenkt man gerne seine Aufmerksamkeit, und natürlich ist immer viel Authentizität im Spiel, wenn ein Star seine eigene Biografie schreibt und auch noch vorliest. Hier lohnt sich das Medium „Hörbuch“ besonders.

Fazit:

Die bunte, bodenständige, von einem festen Arbeitsethos geprägte Autobiografie von Schauspieler Bryan Cranston, bekannt vor allem für seine preisgekrönte Rolle in „Breaking Bad“. Für Fans interessant, für junge Schauspieler bestimmt lehrreich und von Cranston stimmungsvoll mit einer überraschend schönen Stimme gelesen, ist das eine Autobiografie der unterhaltsamen Art ohne die üblichen tiefen Abgründe, die man sonst gewöhnt ist.

Bewertung:

Hörbuch: 7 von 10 Punkten
Sprecher: 9 von 10 Punkten

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