Rezension: „Solitude“ (Dimension Space #1) von Dean M. Cole

Solitude von Dean M. ColeTitel: Solitude
Autor: Dean M. Cole
Serie: Dimension Space #1
Format: Hörbuch
Sprache: Amerikanisch
Sprecher: R.C. Bray, Julia Whelan
Verlag: CANDTOR Press
erschienen: 03.04.2017
Länge: 08:50 Std., ungekürzt

Das Hörbuch ist als Download bei audible.de erhältlich, und zwar HIER. Es kostet im Flexi-Abo € 9,95 (regulärer Preis € ). Eine Hörprobe findet ihr auf der Produktseite von Audible.

Inhaltsangabe:

Can humanity’s last two unite? Separated by the gulf of space, the last man and woman of the human race struggle against astronomical odds to survive and unite.

Army Aviator Vaughn Singleton is a highly intelligent, lazy man. After a last-ditch effort to reignite his failing military career ends horribly, Vaughn becomes the only human left on Earth.

Stranded alone on the International Space Station, Commander Angela Brown watches an odd wave of light sweep across the planet. Over the next weeks and then months, Angela struggles to contact someone on the surface, but as she fights to survive aboard a deteriorating space station, the commander glimpses the dark underpinnings of humanity’s demise.

Zum Hörbuch:

Der letzte Mann allein auf der Erde, ide letzte Frau ebenso allein auf der ISS – und keiner weiß vom anderen. Das fühlt sich spontan an wie „Der Marsianer“ trifft „I Am Legend“. Dass der männliche Sprecher des Hörbuchs, R.C. Bray, auch Mark Watney im „marsianer“ seine Stimme lieh, verstärkt den Eindruck noch. Und tatsächlich gibt es Ähnlichkeiten.

MacGyer lässt grüßen

Durch den temporeichen Sci-Fi-Roman zieht sich definitiv ein MacGyer-Feeling. Improvisationstalent und naturwissenschaftliches Know-How sind gefragt, sowohl oben bei Astronautin Commander Angela Brown auf der ISS als unten bei Army Captain Vaughn Singleton. Von Beginn an jagt eine Herausforderung die nächste.

Es geht sofort los

Cole hält sich nicht allzu lange damit auf, die Figuren vorzustellen (wozu auch – die meisten von ihnen sind kurz darauf sowieso verschwunden) oder das Phänomen zu bechreiben, welches die Erde innerhalb ca. einer Stunde komplett entvölkert, einschließlich aller Tiere. Ein weißes Lichtband, das vom Standort des Teilchenbeschleunigers „Cern“ in der Schweiz auszugehen scheint, lässt alle Lebewesen spurlos verschwinden – mehr erfahren wir nicht. Stattdessen geht es in „Solitude“ um zwei andere Dinge: Ums Überleben der letzten beiden Menschen, und um ihre Einsamkeit.

Zwei unterschiedliche Gemüter kämpfen um ihr Leben

Vaughn und Angela werden sehr unterschiedlich mit ihrem absoluten Alleinsein fertig. Angela hat durch ständige Technikkrisen auf der ISS keine große Zeit zum Philosophieren und kämpft außerdem gegen das langsame Verhungern an. Vaughn findet sich im Überfluss der verlassenen, aber sonst unberührten Erde wieder, ist aber nicht gerade ein optimistischer Typ und hadert mit Suizidgedanken.

Rettungsmission mit wankendem Realitätsgehalt

Es wird für beide natürlich leichter, als sie voneinander erfahren. Ab dem Zeitpunkt verwandelt sich die Geschichte in eine One-man-Rettungsmission der im All verhungernden Astronautin. Wie plausibel es ist, dass ein einziger Pilot in der Lage ist, ohne Hilfe ein Raumfahrzeug in den Orbit zu fliegen, weiß ich nicht. Überhaupt gibt es einige Logiklöcher in der Story, und obwohl wir es mit ziemlichem hard Sci-Fi zu tun haben, vermute ich, dass „Solitude“ einer wissenschaftlichen Betrachtung nicht lange Stand halten würde. Aber sei’s drum. Cole gibt sich redlich Mühe mit technischen Erklärungen, und man ist irgendwann so sehr auf Seiten des unermüdlich rackernden Zweierteams, dass der Realitätsgehalt in den Hintergrund rückt.

Murphy am Werk und Abstriche im Gefühl

Murphy’s Gesetz tritt reichlich in Aktion: Es geht schief, was schiefgehen kann, sowohl im All als auch auf der Erde. Etwas emotionaler dürfte es dabei zugehen. Beide Figuren sinnieren zwar, dennoch behält die Handlung manchmal sehr technisch die Oberhand. Trotz eingestreutem comic relief sucht man auch den optimistischen Humor vom „Marsianer“ vergeblich. Auf Vaughn’s Seite findet sich eher situativer Galgenhumor, und bei Angela sorgen überlebende Versuchstiere eher für Verwunderung als Witz.

Am Ende Kitsch – und ein saftiger Schlusstwist

Am Ende trägt Cole mit der unausweichlichen Romanze zwischen Vaughn und Angela etwas zu viel Kitsch auf, fängt das dann mit einem Schuss Erotik ab – und mit einem spektakulären Ende, das ein völlig neues Fass aufmacht.

Zu den Sprechern:

Julia Whelan macht ihre Sache gut, aber ich kenne sie lebendiger. Vielleicht passt sie sich etwas zu sehr der beherrschten, professionellen Einstellung ihrer Figur an. Drama war definitiv nicht angesagt, aber mehr Pfeffer hätte ich mir schon gewünscht.
R.C. Bray ist mein go-to-Sprecher geworden, wenn es um Charaktere geht, die sich einfach nicht unterkriegen lassen. Auch wenn seine Figur, Vaughn, am Anfang ein nur mäßig motivierter Halb-Loser ist, so mausert er sich doch zum Helden, und R.C. Bray kitzelt das stimmlich gut heraus.
Ein bisschen irritiert es natürlich, wenn man Whelan und Bray die jeweils andere Figur stimmlich darstellen hört. Vor allem Whelan gibt Captain Singleton eine ganz andere Note als Bray. Andererseits überzeugt sie mit ihrer fast erotisch klingenden „Männerstimme“.

Fazit:

An den „Marsianer“ reicht „Solitude“ nicht heran, bietet aber richtig gute hard Sci-Fi-Unterhaltung, gepaart mit etwas Endzeitstimmung und Charakteren, die man gerne anfeuert. Die Sprecher – vor allem R.C. Bray – verleihen der Sache Pepp. Der Schluss macht eindeutig Lust auf eine Fortsetzung. Schöner Serienauftakt für alle, die Science Fiction auch mal eine Chance geben wollen.

Bewertung:

Hörbuch: 7 von 10 Punkten
Sprecher:
Julia Whelan: 7 von 10 Punkten
R.C. Bray: 10 von 10 Punkten

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