Schmachtend in den Highlands -„Outlander“ von Diana Gabaldon

Aye. Es ist passiert. Ich bin der „Outlander“-Serie verfallen. Und das gilt für die TV-Serie sowie für die Bücher und (englischen) Hörbücher. Ich, die ich mich doch immer über romantischen Kitsch und sogenannte „Frauenliteratur“ erhaben fühle. Ausgerechnet ich, mit meinem Hang zu eher düsterer Literatur und meiner geheimen Vorliebe für Zombies. Und jetzt „Outlander“. Wie konnte das passieren?!
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LGBTQIA+ Bücher: 12 Lesetipps im Zeichen des Regenbogens

Der „Pride“ Monat Juni ist zuende gegangen, und passend hat am 30.6. der deutsche Bundestag endlich per Gesetz klar gemacht, was längst fällig war: In Deutschland gilt jetzt die Ehe für alle, ganz egal, ob es sich um Paare gleichen oder verschiedenen Geschlechts handelt. Ich finde das gut.

Was ich auch schön fände, wäre, wenn auch in der Literatur Paare und Familien aus allen Farben des Regenbogens immer selbstverständlicher würden. Da ist nach wie vor viel Arbeit zu leisten. Es gibt immer mehr LGBTQIA+-Romane, aber die werden eben als eigenes Genre gesehen, und nicht einfach nur als ganz normaler Roman oder Krimi oder Liebesgeschichte etc.

Immerhin gibt es inzwischen aber wenigstens eine steigende Zahl von Büchern, in denen Regenbogenmenschen vertreten sind oder die Hauptrolle spielen. Vor allem in letzter Zeit kommen da viele YA-Bücher aus den USA zu uns rübergeschwappt und klären nicht nur auf, sondern sind wunderbar geschrieben, unterhaltsam und berührend.

Anlässlich von #pride und #ehefueralle und sowieso und überhaupt stelle ich euch hier mal 12 Regenbogenbücher vor, die ich gelesen und sehr gemocht habe:

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Rezension: „Fuchsteufelsstill“ von Niah Finnik

Fuchsteufelsstill von Niah Finnik
Copyright: Ullstein Verlag

 

Titel: Fuchsteufelsstill
Autor: Niah Finnik
Sprache: Deutsch
Format: eBook/Taschenbuch
Verlag: Ullstein fünf
erschienen: 07.04.2017
Länge der Printausgabe: 304 Seiten

 

 

 

 

 

 

Rot verdirbt ihr den Tag. Nur Blau kann dann helfen. Und wenn ihre sorgsam getaktete tägliche Routine sich nur ein bisschen verschiebt, schlägt ihr der Fuchs seine Klauen in den Nacken.

Angst. Das ist das Gefühl, das Juli durchs Leben begleitet. Juli, die ohnehin schon mit einer besonderen Neuropsychologie zu kämpfen hat: Sie hat das Asperger-Syndrom, eine Autismus-Spektrum-Störung. Das bedeutet, dass sie die Welt anders wahrnimmt, und aus dieser ungewöhnlichen Ich-Perspektive wird „Fuchsteufelsstill“  aus dem Ullstein fünf-Verlag erzählt.

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Top Ten: Die besten (Hör)bücher 2016, Teil 2

Das sind sie, meine Lieblinge 2016 – und tatsächlich sind vier der Top 5 Hörbücher. Was mich nicht wirklich überrascht. Ein sehr anstrengendes Jahr mit wenig Zeit zum Hinsetzen hat meine Lesebalance noch stärker zum Hörbuch hin kippen lassen. Ein weiterer Grund: Schöne Stimmen und gefühlvolle Lesungen holen mich emotional oft noch besser ab als das gedruckte Wort. Hörbücher gehen bei mir vom Ohr direkt in Bauch, Herz und Blut.

Und jetzt – Trommelwirbel! – meine fünf Gewinner 2016!

Hier sind die Plätze 5 bis 1:

5.„The Widow“ (Die Witwe) von Fiona Barton

The Widow von Fiona BartonDieser unblutige Psychothriller hat mich mit seinen verschiedenen Erzählperspektiven, der „unzuverlässigen Erzählerin“ und seinem leisen Sog zu einer erschütternden Wahrheit hin gefangen genommen. Statt plakatives Blutvergießen ein stiller, aber eisgekühlter Roman mit Untiefen. Gleich zu Jahresanfang war das ein Volltreffer.

Hier geht’s zur Rezension von „The Widow“.

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Top Ten: Die besten (Hör)bücher 2016, Teil 1

Das Jahresende ist die Zeit der Rückblicke und Best Of-Listen. Folglich habe auch ich mal nachgeguckt, welche Bücher bzw. Hörbücher ich 2016 gelesen habe und meine persönliche Top 10 zusammengestellt. Ich finde, es ist ein erstaunlich bunter Mix geworden.

Rollen wir das Feld mal von hinten auf.

Hier sind die Plätze 10 bis 6:

10. „Mind Control“ (End of Watch) von Stephen King

Mind Control von Stephen KingDer Abschlussband der Trilogie um den Mercedes-Killer hat es mit seinem old school Charme, seinen mir ans Herz gewachsenen Charakteren und einem soliden Krimi-Plot mit gruseligem Anhauch gerade noch so in die Top 10 geschafft. Der Mittelteil ist zäh, und es gibt spannendere Thriller. Aber das machen sowohl in der deutschen als auch in der englischen Hörbuchversion zwei großartige Sprecher wett: Auf der einen Seite der subtile David Nathan, auf der anderen der knarzige Will Patton. So verschieden, so intensiv auf eigene Art.
Hier geht es zur Rezension von „Mind Control“ auf dem Audible Blog

9. „Ponderosa“ von Michael Sieben

Ponderosa von Michael SiebenDer Erstlings-Jugendroman von Michael Sieben überzeugt mit authentischen jugendlichen Hauptfiguren, einem Cliffhänger-Beginn und dann, im Rückblick, einem guten Mix aus Krimi, Liebesgeschichte und coming-of-age-Story. Aus der Sicht des 15jährigen Kris fühlt man intensiv die Geschichte eines Sommers, der in einem Drama und einem großen Schritt ins Erwachsenenleben mündet. Richtig gut und hätte viel mehr Aufmerksamkeit verdient!
Hier geht es zur Rezension von „Ponderosa“
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Rezension: „Maestra“ von L.S. Hilton

Titel: Maestra
engl. Originaltitel: Maestra
Autor:L.S. Hilton
Übersetzt von: Wibke Kuhn
Sprache: Deutsch (Originalsprache: Englisch)
Format: eBook
Verlage: Piper
erschienen: 02.05.2016
Seitenzahl der Printausgabe: 384 Seiten

„Maestra“ ist erhältlich direkt beim Piper-Verlag oder beim Buchhändler eures Vertrauens.

Disclaimer: Das Hörbuch wurde mir vom Verlag via netgalley.de im Gegenzug für eine ehrliche Rezension zur Verfügung gestellt.

Inhalt:

Judith Rashleigh arbeitet für ein renommiertes Londoner Auktionshaus. Deshalb hält sie es zunächst für ein Versehen, dass ein von ihr als Fälschung entlarvtes Meisterwerk zur Versteigerung angeboten wird. Als sie den Galeristen auf den Fehler hinweist, feuert er sie kurzerhand und raubt ihr jegliche Hoffnung auf eine Zukunft in der Kunstwelt. Doch es gelingt ihr, sich trotzdem weiterhin in den elitären Kreisen zu bewegen und die Hintergründe des millionenschweren Kunstbetrugs aufzudecken, ohne dabei ihre wahre Identität preiszugeben. Ein riskantes Spiel, an dem die junge Britin aber schnell Gefallen findet – und zwar so sehr, dass sie den Spieß schließlich umdreht und sich das nimmt, was ihr zusteht. Um jeden Preis.

Zum Buch:

Wenn einem schon auf den ersten Seiten das Wort „Möse“ entgegenspringt, und sich der Prolog in einem orgiastischen Swingerclub mit nackten Kellnerinnen und Bonbonschälchen voller Gleitmittel abspielt, dann kommen für dieses Buch nur zwei Intentionen in Frage: Porno oder Provokation?
„Maestra“ drückt einem die Geschlechtsteile jedenfalls direkt ins Gesicht, und wenn (oder falls) man sich entschließt weiterzulesen, gerät man in ein Konglomerat aus femme fatale-Kunstkrimi und ungehemmten Sexeskapaden.

Das neue Shades Of Grey?

Ein neues „Shades Of Grey“ ist „Maestra“ dabei auf keinen Fall. Hatte Ersteres mit einer Liebesgeschichte zu tun, finden wir eine solche in Letzterem nicht. Gar nicht. Nirgendwo. Judith, die Hauptfigur, scheint bis auf einen unstillbaren Sexualtrieb überhaupt keine Emotionen zu besitzen. Was zunächst wie Naivität und Unerfahrenheit wirkt, entpuppt sich als komplette Abwesenheit von Empathie. (Ja, ich weiß, da gibt es ihre „Freundschaft“ zum Wachmann, aber die wirkt wie ein deplatzierter Versuch, uns Judith irgendwie menschlich erscheinen zu lassen.) Ohne mit der Wimper zu zucken geht diese Figur über Leichen, immer nur ein Ziel vor Augen: Reichtum.
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Review: The Widow by Fiona Barton

The Widow by Fiona BartonThe Widow

by Fiona Barton
Bantam Press
14 Jan 2016
320 pages

 

Disclaimer: I received this book for free from the publisher via netgalley.com. This does not affect my opinion of the book or the content of my review.

About The Widow:

Glen Taylor, suspected child abductor, is instantly killed when stepping in front of a bus. Now we will never know if he did, indeed, kidnap and murder 2-year-old Bella. Or will we?

Left behind is his widow, Jean Taylor. Did she know she was living with a monster? Or was she as ignorant and naive as she’s appeared during the search for Bella and the trial? It is from her perspective and that of a reporter and a detective that the mystery around Bella’s disappearance slowly unravels.

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Rezension: Ponderosa von Michael Sieben

Ponderosa von Michael SiebenTitel: Ponderosa
Autor: Michael Sieben
Sprache: Deutsch
Format: eBook
Verlag: Carlsen
erschienen: 18. März 2016
Seitenanzahl der Printausgabe: 224

PONDEROSA ist direkt beim Carslen Verlag erhältlich oder beim Buchhändler eures Vertrauens vor Ort.

PONDEROSA wurde mir von netgalley.de und dem Carlsen Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Inhalt:

Ponderosa. So nennen Kris, Josie und Juri die verlassene Hütte am Rand der Siedlung. Sie ist ihr geheimer Ort, schon seit Jahren. Hier können die Freunde reden. Rauchen. Die Matratze auf den Hügel ziehen und einfach in den Himmel starren. Alles ist gut, findet Kris. Nichts muss sich ändern.
Und doch fühlt es sich anders an, seit kurzem. Wenn er an Josie denkt, ist da etwas Neues. Wenn er mit Juri redet, hakt es einfach nur. Vor allem seit sie versuchen, Josies verschwundenen Nachbarn aufzuspüren. Als Kris durch Zufall mehr über den Alten erfährt, geht er der Sache nach – allein. Und bringt damit Ereignisse ins Rollen, die wirklich alles verändern.

Zum Buch:

PONDEROSA beginnt mit einem Zitat aus DAS ALSO IST MEIN LEBEN von Steven Chbosky, und schlägt damit direkt seine Hände in mein Hirn. DAS ALSO IST MEIN LEBEN ist nicht nur das Lieblingsbuch von Kris, der Hauptfigur aus PONDEROSA; es ist auch das Lieblingsbuch meiner 15jährigen Tochter, und ich kenne es deswegen natürlich auch.

Blick ins emotionale Teenager-Spektrum

Die aufkommenden Assoziationen stimmen, leichte Parallelen sind da: PONDEROSA ist ein Jugendroman, der ein Stück Erwachsenwerden vor ernstem Hintergrund darstellt. Es geht um Freundschaft, um Liebe. Es geht sogar um Leben und Tod. Ein ernstes Buch, das trotzdem Momente des Schmunzelns bereithält, zarte Augenblicke.

Am Beispiel des 15jährigen Kris durchforstet Michael Sieben die Gefühlswelt eines Teenagers, der nach außen so cool und oberflächlich erscheint, wie das in diesem Alter nunmal üblich ist. Unsicherheit, Verwirrung, Gedankenlosigkeit, Draufgängertum und Schmetterlinge im Bauch geben sich die Hand. In seiner stellenweisen Flappsigkeit errinnert PONDEROSA eher an TSCHICK, im Miteinander der Buchhelden manchmal auch an VORSTADTKROKODILE. Obwohl die Vibes oft ähnlich sind, erreicht PONDEROSA nie die psychischen Abgründen aus DAS ALSO IST MEIN LEBEN – zum Glück!

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Frische Freaks im Bücherregal: Mein #indiebookday

Logo #indiebookday 2016

Um Punkt 9 stehe ich, bewaffnet mit einer ausgedruckten Liste betitelt ‚Unabhängige Verlage‘ vor dem Buchladen im Nachbarort, um den #indiebookday zu begehen. Wer nicht weiß, was das ist: vom mairisch Verlag ins Leben gerufen, werden alle Buchmenschen am #indiebookday dazu aufgerufen, in die Buchläden zu gehen und dort Bücher aus unabhängigen Verlagen zu kaufen.

Das sind meist kleine (oft winzig kleine) Verlage, die keinem großen Verlagskonzern oder -konglomerat angehören. Sie werden geführt von Buchmenschen mit Herzblut, aus Überzeugung, und bieten oft unentdeckte Perlen der Literatur: anders, besonders, bereichernd. Selbst, wenn das Geld verdienen damit nicht einfach ist und sie im Kampf um die Auslage in Buchläden meist den Mainstream-Bestsellern unterliegen.

Diese Bücher sind also die Freaks unter den Veröffentlichungen. Und ich habe ein Herz für Freaks. Also los.

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Rezension: ‚Das Atlantis Virus‘ von A.G. Riddle

Das Atlantis Virus von A.G. RiddleTitel: Das Atlantis Virus
Originaltitel: The Atlantis Plague
Autor: A.G. Riddle
Serie: Atlantis-Trilogie, #2
Sprache: Deutsch
Format: Taschenbuch
Verlag: Heyne (Random House)
erschienen: 10.08.2015
Länge: 528 Seiten

‚Das Atlantis Virus‘ ist direkt beim Heyne Verlag erhältlich, oder natürlich beim Buchhändler eures Vertrauens.

Inhaltsangabe:

Einst starteten die Bewohner von Atlantis ein genetisches Evolutionsexperiment … Heute ist unsere Welt eine andere … Seit 78 Tagen breitet sich die pandemische Atlantis-Seuche mit rasender Geschwindigkeit aus, hervorgerufen durch den mysteriösen Immari-Geheimbund … Millionen von Menschen sterben … Die verdeckte Organisation Clocktower versucht im Kampf gegen Immari, das Geheimnis um Atlantis zu lüften … Auf Malta wird ein Steinsarg aus uralter Vorzeit entdeckt … Der Schatz von Atlantis kann die Menschheit retten – oder ihren Untergang beschwören …

Zum Buch:

Teil 1 der Atlantis-Trilogie, DAS ATLANTIS GEN, konnte mich ja trotz einiger Schwächen mit seinem frechen Abenteuer-Science-Mystery-Faktor für sich einnehmen. Bei einem Erstling verzeiht man Kinderkrankheiten. Welpenschutz. Jetzt, in Teil 2, erwarte ich mehr.

Der Text: Sorgsamer bereinigt

Zunächst das Positive: Riddle’s Schreibstil wirkt flüssiger, und der gesamte Text macht diesmal einen sorgfältig editierten Eindruck. Riddle hat deutlich zu seiner Schreibe gefunden, und jemand hat das Ganze poliert. Keine hakeligen Stellen, nicht so viel Redundanz wie in DAS ATLANTIS GEN.

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