Worte malen ein Gemälde: „Das letzte Bild der Sara de Vos“

Das letzte Bild der Sara de Vos von Dominic Smith
Copyright Cover: Ullstein Verlag

Titel: Das letzte Bild der Sara de Vos
Originaltitel: The Last Painting of Sara de Vos
aus dem Englischen übersetzt von Sabine Roth
Verlag: Ullstein
erschienen: 10.03.2017
Länge: 352 Seiten, Hardcover

Inhaltsangabe:

Sara de Vos ist 1631 die erste Malerin, die in die Meistergilde in Amsterdam aufgenommen wird. 300 Jahre später ist nur noch ein einziges ihrer Gemälde erhalten. Das Bild hängt über dem Bett eines reichen, etwas ruhelosen New Yorker Anwalts. Ohne böse Absichten kopiert eine junge Australierin das Bild. Doch die Kopie wird in Umlauf gebracht, mit erschütternden Konsequenzen. Jahrzehnte später treffen die beiden Bilder, die Fälscherin und der Anwalt noch einmal aufeinander.

Zum Buch:

Bilder und Texte sind zwei so unterschiedliche Medien, dass es immer besonders faszinierend ist, wenn das eine das andere darzustellen versucht. Der in Australien geborene und in den USA lebende Dominic Smith hat in seinem Roman „Das letzte Bild der Sara de Vos“ diese Herausforderung angenommen.:
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„Der Herr der Ringe“ in retro: Das Hörspiel von Peter Steinbach

Titel: Der Herr der Ringe – Das Hörspiel
nach J.R.R. Tolkien
Hörspielbearbeitung: Peter Steinbach
Regie: Bernd Lau
Musik: Peter Zwetkoff
Sprecher: Ersnt Schröder, Manfred Steffen, Klaus Herm, Matthias Haase, Edgar Hoppe, Rufus Beck u.v.a.
Produktion: Südwestfunk 1991/1992

erschienen in der Hörverlag als mp3-CD-Set 14.11.2016

Es war einmal…

…in den 50er Jahren, als noch niemand wusste, was ein Hobbit ist und dass Trolle bei Tagesanbruch versteinern. Heute dagegen gibt es kaum noch jemanden, der den weltberühmten, mehrbändigen Fantasy-Roman von J.R.R. Tolkien nicht kennt. Spätestens seit den Kinofilmen kennt jeder die Grundgeschichte: Hobbit Frodo Baggins aus dem Auenland begibt sich auf eine abenteuerliche Reise durch Mittelerde, um den einen Ring der Macht endgültig zu zerstören, bevor er dem bösen Sauron in die Hände fällt und alles verloren ist.

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Rezension: ‚Zorn – Tod und Regen‘ von Stephan Ludwig

Titel: ‚Zorn – Tod und Regen‘

Autor: Stephan Ludwig

Sprache: Deutsch

Sprecher: David Nathan

Format: Audio-CD, z.B. von fischerverlage.de für € 19,95

Länge: ca. 467 min (das sind fast 8 Std)

Inhaltsangabe:

Polizeibeamte finden Spuren eines brutalen Verbrechens, aber keine Leiche. Hauptkommissar Claudius Zorn wird vom Staatsanwalt mit den Ermittlungen
betraut – leider! Das erste Kapitalverbrechen seit Jahren bedeutet für den ehrgeizlosen Kommissar jede Menge Arbeit. Zorn und sein gewitzter Assistent Schröder entdecken schließlich die Leiche einer Frau. Ihr Mörder hat sie zu Tode gequält, ihr aber offenbar vorher Schmerzmittel verabreicht – warum? Wer hat den Beamten ein Video als Beweismittel gemailt? Und wer will gleichzeitig unbedingt verhindern, dass die Ermittler die Identität der Toten klären? Zorn und Schröder haben noch immer keinen Verdächtigen, als plötzlich ein weiterer Mord geschieht …

Zum Hörbuch:

Selten haben sich spritziger Humor und grausame Morde in einem deutschen Thriller so die Hand gegeben wie in diesem Hörbuch. Nein, was habe ich gelacht – um kurz darauf Gänsehaut meine Arme hoch kriechen zu spüren. Und dann lässt Stephan Ludwig seine Serienmörder-Story auch noch um ein Ermittlerduo kreisen, wie ich es hierzulande noch nicht erlebt habe: Claudius Zorn und ‚der dicke Schröder‘ sind einfach nur der Hammer!

Aber von Anfang an:

Es beginnt mit einem grausigen Mord, gesehen durch die Augen des Opfers. Eiskalte Sprache und harte Distanzlosigkeit lassen dem Hörer die Haare zu Berge stehen. David Nathan, the one and only, tut durch seine abgebrühte Erzählung sein Übriges dazu (hierzu später mehr). Gut gefallen hat mir die zunächst starke Haltung des Opfers, und ein herrlicher Moment von ‚comic relief‘ inmitten des Grauens, als ein Vergleich zu einem gewissen amerikanischen Schauspieler gezogen wird. Ihr werdet auch grinsen, wenn ihr an der Stelle ankommt.
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‚Niceville‘ von Carsten Stroud

Titel: ‚Niceville‘

Autor: Carsten Stround

Sprache: Deutsch (Originalsprache: Amerikanisch)

Sprecher: Michael Hansonis

Medium: Hörbuch-Download von audible.de für € 9,95 im Flexi-Abo (Normalpreis € 24, 95)

Länge: 14 Std 19 Min (ungekürzt)

Inhaltsangabe (von audible.de):

Niceville. Eine Kleinstadt im Süden der USA, idyllisch, altmodisch und noch immer fest in den Händen der Gründerfamilien. Hier lässt es sich leben. Aber irgendetwas läuft schief in Niceville. An einem Sommertag verschwindet der kleine Rainey Teague. Zehn Tage später wird er gefunden – in einer alten Gruft. Er liegt im Koma. Nick Kavanaugh, der Ermittler, steht vor einem Rätsel. Niceville findet keine Ruhe mehr. Merle Zane und Charlie Danziger überfallen eine Bank und machen sich mit zweieinhalb Millionen Dollar aus dem Staub. Nach einer Meinungsverschiedenheit knallen sie sich gegenseitig ab. Beide überleben schwer verletzt. Niceville wird zu einem Ort ohne Gnade. Während eines infernalischen Wochenendes überschlagen sich die Ereignisse. Liegt ein Fluch über Niceville? Geht er aus von einem mit schwarzem Wasser gefüllten Loch auf dem Felsen über der Stadt? Man sagt, etwas lebt darin. Doch was?

Zum Buch:

Bei diesem Hörbuch gab’s eine Premiere: für NICEVILLE musste ich eine mindmap anlegen, um nicht den Überblick zu verlieren. Nachdem ich bei ca. Stunde 5 merkte, wie ich immer wieder den Überblick verlor über die vielzähligen Figuren und Handlungsstränge und ihre Vernetzung, stellte sich das als äußerst hilfreich heraus. Ohne die Notizen auf meinem Handy und besagte mindmap wäre ich jetzt wirklich nicht in der Lage gewesen, eine halbwegs vernünftige Rezension zu schreiben.

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‚Das Alphabethaus‘ von Jussi Adler-Olsen

Titel: ‚Das Alphabethaus‘
(Originaltitel: ‚Alfabethuset‘)

Autor: Jussi Adler-Olsen

Sprache: Deutsch (Originalsprache: Dänisch)

Medium: Taschenbuch für € 15,90

Länge: 592 Seiten

Inhaltsangabe (von audible.de):

Deutschland zur Zeit des Zweiten Weltkriegs: Nach einem Flugzeugabsturz über feindlichem Territorium retten sich die britischen Fliegerpiloten Bryan und James in einen Krankentransport. Um nicht entdeckt zu werden, nehmen sie die Identität von zwei deutschen Soldaten an und gelangen so in ein Lazarett für Geisteskranke. Hier müssen sie ihre Rolle spielen und sind der Willkür und dem Sadismus des Personals hilflos ausgeliefert. Bryan gelingt schließlich die Flucht, doch das Schicksal von James bleibt ungewiss.

Zum Buch:

Nach den drei bisher erschienenen Büchern aus Adler-Olsen’s ‚Carl Mørck‘-Reihe hatte ich bewusst etwas Zeit vergehen lassen, bis ich mir DAS ALPHABETHAUS vornahm. Ich wollte verhindern, in die Vergleichsfalle zu tappen und diesen so gänzlich anderen Roman an der hervorragenden Thriller-Reihe zu messen. In einer Hinsicht war meine Sorge allerdings unbegründet: DAS ALPHABETHAUS unterscheidet sich so überdeutlich und in so ziemlich allem von den Mørck-Büchern, dass es einer vorbereitenden Auszeit gar nicht gebraucht hätte.

DAS ALPHABETHAUS (das Adler-Olsen tatsächlich vor den Mørck-Thrillern geschrieben hat!) spielt in einer anderen Zeit (im letzten Jahr des Zweiten Weltkriegs), an anderen Orten (Deutschland und England), und stellt zwei Figuren in den Vordergrund, die nicht das Geringste mit dem lakonisch-phlegmatischen Carl Mørck gemeinsam haben. Also Schluss mit dem Vergleich!
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‚Toxic‘ von Mark T. Sullivan

Titel: ‚Toxic‘
(Originaltitel: ‚The Serpent’s Kiss‘)

Autor: Mark T. Sullivan

Sprache: Deutsch (Originalsprache: Amerikanisch)

Medium: Hörbuch-CD aus der Bücherei (normal ca. € 6,50)

Länge: 7 Std 37 min (6 CD’s)

Kurzbeschreibung (von amazon.de):

Detective Sergeant Seamus Moynihan steht vor dem spektakulärsten Fall seiner Karriere. Er hat drei Mordfälle aufzuklären, Männer im besten Alter, die nackt ans Bett gefesselt wurden und am Gift einer der tödlichsten Schlangen der Welt starben. Was steckt dahinter?
Der Killer hinterlässt jedes Mal eine Botschaft am Tatort. Die Schlange als Instrument der Verführung? Welches Feuer lodert in den Adern des Killers, dass er seine Opfer auf so archaische Weise brutal zu Tode foltert?
Je mehr Moynihan hinter die wahren Beweggründe des Killers blickt, umso gefährlicher wird es auch für ihn selbst.

Zum Buch:

TOXIC hat schon ein paar Jährchen auf dem Buckel (Erstveröffentlichung 2003), aber das merkt man ihm wirklich nicht an. Ich hatte mir das Hörbuch aus der Bücherei ausgeliehen, falls es mal ein ‚Loch‘ in meinem Hörbuch-Abo zu füllen gab. Und so war ich dann froh, einen älteren Schatz ausgegraben zu haben.

TOXIC fängt klassisch an, wie es sich für einen Thriller gehört: Der Hörer wird in das diffuse und erschreckende Szenario eines Mordes (aus der Sicht des Sterbenden) hineingeworfen, dann erfolgt ein Schnitt, und wir eilen mit den Ermittlern an den Tatort, nachdem ein Zimmermädchen den Toten entdeckt hat.
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‚The Book Thief‘ von Markus Suzak

Titel: ‚The Book Thief‘
(dt. Titel: ‚Die Bücherdiebin‘)

Autor: Markus Zusak

Sprache: Englisch

Medium: Taschenbuch von amazon.de für € 7,99

Länge: 560 Seiten

“I guess humans like to watch a little destruction. Sand castles, houses of cards, that’s where they begin. Their great skills is their capacity to escalate.”
–Markus Zusak, The Book Thief

Kurzbeschreibung (von audible.de):

Liesel lebt während des Zweiten Weltkrieges bei Pflegeeltern in der Himmelstraße in Molching, wo sie die Juden nach Dachau ziehen sieht und die Bombennächte über München erleidet. Das Mädchen überlebt, weil der Tod – in dieser Zeit beschäftigter denn je und Erzähler dieses außergewöhnlichen Romans – Liesel in sein Herz geschlossen hat. Sie und die Menschen aus der Himmelstraße.

Zum Buch:

Es gibt nicht alle Tage Bücher, die einem das Herz zerreissen und gleichzeitig voller Zauber sind. Bücher, die einen in die Knie zwingen. Um es vorweg zu nehmen: ‚The Book Thief‘ ist so eins. Wer es nicht liest (womöglich, weil er sich von der Einordnung als ‚Jugendbuch‘ abschrecken lässt), verpasst etwas Einzigartiges. So einfach ist das. Punkt.

Man schaue sich nur mal die ersten Sätze an, und man weiß, da kommt etwas Besonderes auf einen zu:

DEATH AND CHOCOLATE

First the colors.
Then the humans.
That’s usually how I see things.
Or at least, how I try.

HERE IS A SMALL FACT
You are going to die.

So beginnt der seltsame Ich-Erzähler das Buch, und stellt sich anschließend vor: der Tod selbst erzählt diese Geschichte, und er mag Farben und – trotz ihrer wankelmütigen, zu Grausamkeiten neigenden Natur – auch die Menschen. Er ist, wie er zugibt, fasziniert von ihnen.
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